01.07.2011 / Allgemein / /

Fraktionserklärung rund um die Vorfälle an den Oltner Schulen

Dass eine Einführung eines neuen Systems wie es die geleiteten Schulen darstellen, Potential für Konflikte enthält ist uns klar. Dass die Ausgestaltung und Auffassung in der Durchsetzung der geleiteten Schulen durch die Bildungsdirektion Interpretationsspielraum zulässt ebenfalls. Dass mit neuen Führungskräften und anderen Führungsanforderungen Bestehendes hinterfragt werden kann und auch soll, ist ebenfalls richtig.

Irritation löst hingegen aus, wenn wir genauer hinhören in die Schulkommission oder wie es der neuste Vorfall mit dem an die Öffentlichkeit und Presse getragenen „Gegeninterpretation“ der Schulsozialarbeit und dem dort offenbar vorhandenen eskalierenden Konflikt genauer betrachten. Wie allen bekannt, musste die Schulsozialarbeit bereits einmal eingestellt und mittels grossem Aufwand neu erfunden werden. Scheinbar prallen nun Kenner von zwei verschiedenen Systemen aufeinander und irgendwie beschleicht uns das Gefühl, dass hier auf menschlicher Ebene einiges nicht mehr zu stimmen scheint und nun droht, das Fass Schule zum überlaufen zu bringen. Was nun vorliegt ist ein regelrechter Hilfeschrei von der Basis. Die Direktion kann bis anhin nicht schlüssig erklären, wie es nach Mediation und Supervision zu so einer Eskalation kommen konnte. Wie immer der Konflikt gelagert ist, es wäre Aufgabe der Direktion gewesen, diesen Konflikt nicht derart eskalieren zu lassen. Es kann nach unserer Ansicht nicht sein, dass beide Seiten scheinbar nicht fähig sind, eine einvernehmliche Basis zu schaffen.

Offensichtlich fehlen hier greifende Deeskalationsmechanismen und Kommunikationsplattformen mit der Lehrerschaft, welche uns Grund zur Sorge bereiten. Soll die integrierte Schule zum Erfolg werden, müssen die Lehrer „abgeholt“ und zum Mitmachen gewonnen werden. Die Bedürfnisse der Lehrerschaft hat nach uns einen ebenso grossen Stellenwert, wie die konsequente Installierung der geleiteten Schulen. Es liegt auch an den Schulleitungen, die diesbezüglichen Anliegen des Lehrkörpers in der Direktion zu vertreten.

Uns ist klar, dass uns hier weder eine Interpellation noch ein Postulat einen Schritt weiterbringen wird. Wir möchten aber eindringlich darauf hinweisen, dass die Bildungsdirektion und der Gesamtstadtrat genau hinschauen und hinhören muss. Es braucht kein Hellseher oder „vom hören sagen Mensch“, um zu erkennen, dass sich hier ein Flächenbrand ausbreitet. Es gibt aktuell viele Interpretationen und Meinungen wie die Umsetzung der geleiteten Schulen in Olten sein soll respektive sein könnte. Hier möchten wir nicht noch mehr Brennstoff liefern. Es ist uns allerdings ein wichtiges Anliegen, dass wir das Wohl unserer Kinder und das Wohl der Schulen im Auge behalten. Wir verlangen von beiden Seiten eine Bereitschaft, sich nochmals neu mit vollem Engagement für eine wirksame Lösung aktiv zu beteiligen.

 Wir im Parlament sind nicht in der politischen Verantwortung und haben auch kein Einsichtsrecht in laufende Verfahren – hier ist einzig und allein der Stadtrat zuständig. Wir zählen darauf, dass die Vorkommnisse wirklich gründlich und sorgfältig angeschaut und die entsprechenden Schritte eingeleitet werden. Die Führung der geleiteten Schulen muss fähig sein, solche Konflikte im Chancemanagement zu lösen bevor solche drastischen Eskalationsstufen erreicht werden. Hier zählen wir auf die Bildungsdirektion und Ihre Mitarbeitenden.

 Für die Fraktion Marcel Steffen, Gemeinderat